Abenteuer Amazonas – Das musst du einfach erlebt haben!

Einmal durch den größten Regenwald der Welt wandeln und dabei zu dir selbst finden. 

Schon wieder haben wir einen 100%igen Bucket List-Moment auf unserer Weltreise erlebt: Wir haben uns in ein 4-tägiges Dschungelabenteuer im Amazonas gewagt. 

Im folgenden wollen wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse die wir auf unserer Expedition gemacht haben mit dir teilen und dir berichten warum auch du unbedingt einmal in den Amazonas reisen solltest! 😉

Hierfür sind wir in das abgelegene Örtchen Leticia am südlichen Ende Kolumbiens im Amazonas gereist. Bereits dort erlebten wir eine komplett andere Welt: Menschen leben in Häusern, die auf Pfählen am/im Wasser gebaut waren, im Park versammeln sich täglich zum Sonnenuntergang 10.000 Vögel unter lautstarken Gezwitscher, um dort zu nächtigen, es gab kaum Internet und generell gab es hier sehr wenig – aber die Einwohner Letiticias wirkten super happy.

Am Tag als unser Amazonas-Abenteuer begann, fuhren wir zunächst mit einem schnellen Boot den riesigen Amazonas River entlang, bis wir an einer Lichtung auf unseren Guide Mayco und den Bootsführer Pancho trafen, die in einem winzigen Boot saßen. Wir hofften, dass die beiden in unser Boot steigen wurden, denn das kleine Fischerboot sah nicht aus als würde es 4 Personen plus Gepäck und Verpflegung tragen ohne unterzugehen. Doch schnell wurde uns klar, wir müssen in das Boot. Nach ein wenig Hin- und Hergeschaukel fanden wir unsere Balance und die Fahrt zur Dschungellodge wurde fortgesetzt. Nur wir 4 und das endlose Grün am Flussrand – wir hörten bereits viele Vogel im Gebüsch zwitschern, Affen brüllen und realisierten in dem Moment, das wir gerade wirklich unseren langersehnten Traum von einer Expedition in den Amazonas erfüllen! 

Auf der Fahrt zur Lodge zeigte Mayco uns die ersten Tiere in den Bäumen, unter anderem Faultiere und Hellrote Aras und ich war total aus dem Häuschen. Was für ein Tierparadies, in dem wir nun die kompletten nächsten 4 Tage verbringen!

Insgesamt 2 Stunden fuhren wir mit dem winzigen Boot den Fluss entlang bis wir unsere Lodge im peruanischen Teil des Amazonas erreichten. Es war pure Idylle die uns dort erwartete. Die Lodge war auf Holzpfählen in den Fluss gebaut, drumherum der Regenwald und eine kleine Anlegestelle für unser Boot. Die komplette Anlage hatten wir für uns allein, keine anderen Touristen waren aktuell hier und das bereits seit 1,5 Jahren! 😮 

Mayco zeigte uns unser Zimmer und die restliche Anlage. Es gab Hängematten zum Entspannen mit Aussicht auf den Fluss und den Wald, einen See und den großen Aufenthaltsraum wo die drei täglichen Mahlzeiten für uns serviert werden.

Nach dem Mittagessen begann direkt unser erster Programmpunkt: Amazonasdelfine finden und beobachten – und auch mit ihnen schwimmen! Wahnsinn, was für ein Einstieg! Wir sahen neben den rosa Flussdelfinen auch die zweite hier vorkommende Delfinart, den grauen Flussdelfin. Es war großartig, sie immer wieder aus dem Wasser auftauchen zu sehen und schließlich sogar zu ihnen ins Wasser zu steigen. Wo ganz nebenbei bemerkt auch Kaimane, Piranhas und Co. ihr Kreise drehen 😀 

Wir genossen den Sonnenuntergang im Boot auf dem Fluss und keine Menschenseele weit und breit war zu sehen. Einfach magisch, den Tag mit einem spektakulären Sonnenuntergang und dem lautstarken Geräuschen der Natur zu beenden!

Es gab reichhaltiges Abendessen und wir waren total erledigt von diesen vielen ersten Eindrucken, doch Mayco hatte noch mehr für uns im Petto. Wir fuhren im Dunkeln mit dem Boot hinaus, um Kaimane zu finden und zu inspizieren. WIr fanden einige winzige Exemplare und auch ein paar größere, krass sie aus dieser Nähe zu sehen. Irgendwie niedlich oder?

Tag zwei im Dschungel:

Nach dem Frühstück ging es mit unserem Fischerboot tief in den Dschungel. Der Regenwald war teilweise so dicht gewachsen, dass wir uns den Weg mit der Machete bahnen mussten. Es war so ein besonderes Gefühl mit dem Boot durch den Regenwald zu fahren, wie ein richtiger Abenteurer – genau so haben wir es uns immer vorgestellt! 

Im dichten Grün konnten wir einige Tiere entdecken, verschiedene Affenarten, Faultiere, Aras und vieles mehr. 4 Stunden fuhren wir durch den Dschungel, Matze und ich hatten jegliche Orientierung verloren, doch Mayco und Pancho führten uns sicher zurück zur Lodge.

Nach dem Mittagessen hatten wir eine kurze Zeit zum Verschnaufen, bevor das nächste Highlight folgen sollte. Von unserer Hängematte aus beobachtete ich gespannt wie Mayco Fische für das Abendessen fing. Ich sah wohl so aus als hätte ich großes Interesse, auch mal mein Glück zu versuchen und so bat Mayco mich zu sich ins Boot. Das Boot war nochmal ein Stück kleiner und wackeliger und ich war nach dieser Aktion komplett nass – doch das Spielte keine Rolle, es war so aufregend! Mayco erklärte mir, wie ich den Speer halten und werfen muss und los ging’s. Bereits nach dem zweiten Wurf fing ich meinen ersten eigenen Fisch! Krass und ziemlich brutal, aber krass! Ich war schon ziemlich stolz auf mich. Diese Aktivität gehörte auf jeden Fall nicht zum eigentlichen Programm unserer Tour.. :O

Nachdem ich nun bereits erste Erfahrung mit dem Fischfang gesammelt hatte, waren wir bereit für die Nachmittsaktivität: Piranha-Angeln. Mit Selfmade-Angeln, bestehend aus einem langen dünnen Stock und einem Seil mit Hacken am Ende, versuchten wir den berüchtigsten Bewohner des Amazonas zu fangen. Als Köder nutzen wir kleine Häppchen von anderen Fischen, Kannibalismus pur 😀 Aber die Piranhas mochten es, der Köder war schneller weg gefressen, als wir eine Reaktion an der Angel wahrnehmen konnten.. Aber mit der Zeit konnten wir unsere ersten Exemplare ins Boot holen. Leider waren die meisten zu klein, um sie zu verspeisen, also ließen wir sie zurück ins Wasser und hofften auf einen großen Fang. Zwischendurch nutzten wir auch die Zeit, um die gefangenen Piranhas genauer zu inspizieren. Wirklich beeindruckend diese scharfen Zähne und diese bösen Augen..sehr respekteinflößend!

Auch nach einiger Zeit hatten wir leider noch nicht ausreichend große Piranhas für das Abendessen gefangen, sodass wir trotz plötzlichem Regen wacker weiter angelten. Wenn es im Regenwald regnet, dann ordentlich. Doch unsere Regencapes hielten stand! Als ich jedoch die Angel beim herausziehen eines Fisches zerbrach, mussten wir kapitulieren und uns mit unserer Ausbeute zufrieden geben 😀

Zum Abend gab es tatsächlich – wir konnten es vorher eigentlich gar nicht glauben – Piranhas! Und sie schmecken super lecker! Wenn das kein 100%-Amazonas-Erlebnis ist, was denn dann?! 😀

Auch heute Abend stand nach dem Essen noch eine Aktivität an: wir wollten Ausschau halten nach den Tieren der Nacht. Mit dem Boot durchstreiften wir die umliegenden Wälder und entdeckten Affen, Eulen, Frösche, Spinnen, Schlangen und Skorpione.

Nach den vielen Eindrücken des Tages konnten wir auf jeden Fall super schlafen und die natürliche Geräuschkulisse ist sowieso besser als jedes Schäfchenzählen, Hörspiel oder sonstige Einschlafmethoden.

Tag drei im Dschungel:

Heute bin ich von den Geräuschen der Natur so früh wach geworden, dass ich es mir nicht nehmen ließ, am Steg den Sonnenaufgang ganz für mich alleine zu genießen und es war einfach nur magisch. Nur ich und die Natur, im Hier und Jetzt. Besser als jede Art der Meditation, die ich zuvor gemacht habe! Einfach WOW!

Nach dem Frühstück ging’s dann erneut auf Abenteuertour durch den dichten Dschungel. Wir fuhren den Fluss entlang zum brasilianischen Teil des Amazonas. Hier ist das Wandern möglich, da dieser Teil nie komplett überschwemmt wird, im Vergleich zum peruanischen Teil. Leider wurden wir auf der Hinfahrt von einem Regenschauer überrascht – wie bereits am Tag zuvor war der Regen heftig! So heftig, dass Mayco und Pancho wieder reichlich Wasser aus unserem Boot schippen mussten, damit wir nicht untergehen 😀 Aber Regen gehört hier auch einfach dazu, solange es in den richtigen Momenten aufhört zumindest. Und wir hatten Glück – als wir die Anlegestelle erreichten von wo aus wir unsere Wanderung an Land beginnen wollte, hörte es auf zu regnen. 

Mit Gummistiefeln ausgestattet wanderten wir 3 Stunden durch den Regenwald, Mayco zeigte uns diverse Pflanzen, wir tranken Wasser aus einer Liane, schwangen uns an einer weiteren Liane über den Fluss und aßen etliche Früchte, die wir bis dato noch nie gesehen hatten.

Zurück an der Anlegestelle machten wir ein kleines Feuer, über dem wir unser Mittagessen selbst zubereiteten. Es gab einen riesigen Fisch und Platanos, alles ohne Gewürze zubereitet nur das pure Röstaroma. Mega lecker und authentisch!

Auf dem Rückweg mussten wir uns erneut den Weg durch den Dschungel bahnen. Dem Umkippen teilweise recht nah, haben wir es aber wohlbehalten zurück zur Lodge geschafft.

Diesen Abend stand keine Aktivität an. Wir entspannten also in der Hängematten und saugten jedes Detail in uns ein und waren einfach erschöpft aber überglücklich hier zu sein.

Tag vier im Dschungel:

Wir sind bereits vor dem Frühstück mit dem Boot rausgefahren, um den Sonnenaufgang mit den Sounds of Nature zu beobachten. Mal wieder keine anderen Menschen, nur wir und die Natur – Wahnsinn! Wir konnten Brüllaffen überall um uns herum hören, in den Bäumen vor uns Sprangen mehrere Horden Totenkopfäffchen aufgeregt hin und her, zwischendurch sagte der Amazonasdelfin “Guten Morgen” und auch diverse Vögel zwitscherten um die Wette. 

Nach dem Frühstück stand unsere letzte Bootsfahrt mit Mayco an, wir fuhren nochmal durch den dichten Dschungel um ein paar Tiere des Amazonas zu beobachten. Das besondere Highlight dieses Ausflugs waren zwei riesige Vogelspinnen, die an einem Baum saßen und sich sogar gegenseitig neckten. Für jemanden mit Spinnenphobie vermutlich der Horror, aber wir waren total fasziniert und haben ewig zugeschaut.

Am Nachmittag war dann die Zeit gekommen, diesem traumhaften Ort lebewohl zu sagen. 

In den vier Tagen haben wir nicht nur unvergessliche Erlebnisse gehabt, die man so nur im Amazonas bekommt, sondern auch viel über uns selbst gelernt. Es war ein bisschen eine Reise zurück zu unseren Wurzeln. Einen Fisch selbst zu fangen/angeln, um sich sein Abendessen zu sichern, baden gehen im Fluss vor der Tür, die komplette Zeit ohne Internet und Verbindung zur restlichen Welt verbringen – ein wirklich erdender Moment. Tag für Tag wurde uns mehr bewusst wie unwichtig einige Dinge, die uns täglich umgeben eigentlich sind, womit wir unsere Zeit teilweise verschwenden, anstatt sie für die uns persönlich wichtigen Dinge zu investieren und es wurde uns ein Stück weit klar was wirklich zählt.

Beim Abschied musste ich (Sarah) mich tatsächlich ordentlich zusammenreißen, um nicht total in Tränen auszubrechen. Ich wollte einfach dieses Hier und Jetzt, die Natur und die Idylle nicht wieder verlassen und zurück in die schnelllebige Realität. Mein Versuch war semi-erfolgreich, aber die Emotionalität zeigte mir nochmal, wie nah mir diese Erfahrung der letzten 4 Tage gegangen war und ich definitiv einiges daraus für die Zukunft mitnehmen werde!

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Hier noch die wichtigsten Fakten für dich zum Nachmachen im Überblick:

Wo haben wir gebucht?

Wir haben bei Amazon Jungle Trips gebucht, waren mit dem Service rundum zufrieden und können die Tour daher nur empfehlen! 

Neben der 4-tägigen Tour bieten sie auch bis zu 6-tägige Expeditionen in den Amazonas an und haben verschiedene Touren mit unterschiedlichen Aktivitäten im Angebot. Wenn genau unsere Tour also nichts für dich ist, gibt es eventuell eine andere Mischung die dir eher zusagt. 

Hier der Link zur Webseite: Amazon Jungle Trips

Mit wie vielen Personen bin ich gemeinsam unterwegs?

Die Touren werden mit maximal 10 Personen durchgeführt.
Wir selbst hatten großes Glück eine private Tour bekommen zu haben. Da aufgrund von Corona der Flugverkehr mit Leticia erst seit kurzem wieder aufgenommen wurde und es keine andere Möglichkeit gibt, in diesen Teil des Landes zu gelangen war seit 1,5 Jahren niemand dort gewesen. 😮  

Was hat das Ganze gekostet?

Für die 4 Tage haben wir insgesamt 400 Euro pro Person bezahlt. Bei der Tour war alles inklusive: Guide, Bootsführer, 3 volle und sehr üppige Mahlzeiten, Wasser ohne Ende, die Übernachtung in der Dschungellodge, Gummistiefel für die Wanderung an Land, Abholung vom Flughafen, Transport vom Hostel zum Startpunkt der Tour und vier Tage voller einzigartiger und besonderer Erlebnisse!

Was muss ich alles mitbringen?

Für das Amazon-Abenteuer brauchst du überraschend wenig. An Verpflegung wird dir alles vom Touranbieter in der Lodge zur Verfügung gestellt und die Mahlzeiten sind so umfangreich, dass auch keine kleinen Snacks zwischendurch nötig sind. Und auch an Kleidung etc. ist nicht viel nötig, im Urwald interessiert es eh niemanden wie du aussiehst, hauptsache es ist praktisch und es passt alles in einen kleinen Rucksack, denn viel Gepäck ist nicht erlaubt, da das Boot sonst umkippen kann, wenn jeder mit seinem großen Backpack ankommt 😀

Was wir alles dabei hatten:

  • Unser komplettes Kamera-Equipment (Kamera + Zoom-Objektiv für gute Tieraufnahmen, Drohne & GoPro)
  • Mückenspray (DEET 50%)
  • Regencape, wenn es im Regenwald regnet, dann richtig, also unbedingt einpacken! 
  • Zahnbürste + -pasta und Seife
  • Langärmelige Kleidung, um Mückenstichen vorzubeugen (auch wenn es heiß ist, es lohnt sich)
  • Kleidung:
    • Zip-Off-Hose
    • 2 Longsleeves 
    • 1 T-shirt 
    • Unterwäsche 
    • Socken

Unsere Reise in das Amazonasgebiet an der Grenze von Kolumbien, Brasilien und Peru, war ein wahres Schlüsselerlebnis für uns und eines der wundervollsten und beeindruckendsten Dinge, die wir jemals erleben durften. Unserer Meinung nach sollte jeder einmal diesen Teil der Erde bereisen, um sich die Ausmaße und der Bedeutung des Regenwaldes bewusst zu werden – und ganz nebenbei auch noch zu sich selbst zu finden, indem man für einen gewissen Zeitraum komplett abgeschottet mitten in der Natur im Hier und Jetzt lebt und erkennt was wirklich zählt!

Auch wenn es nur schwer ist dieses Gefühl in Worte zu fassen, hoffen wir dich zu einer Reise inspirieren zu können, um dort dein ganz eigenes individuelles Schlüsselerlebnis zu haben und zu dir selbst zu finden. 🙂

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