TANSANIA

REISE GUIDE


Unsere Reiseroute durch Tansania:

Unsere Route haben wir uns komplett selbst erstellt und individuell nach unseren Interessen ausgewählt. Das würde ich auch dir empfehlen, da du die Möglichkeit hast alles zu sehen was du möchtest und keine Kompromisse eingehen musst. Du minimierst so auch die Kosten im Vergleich zu einer Pauschalreise oder einer Safari bei einem großen Touranbieter.

Vor unserer Reiseplanung habe ich Tizia kennengelernt, sie ist nach Tansania ausgewandert und lebt dort nun mit ihrem Mann der gebürtig aus Tansania kommt. Die beiden haben ein Hostel in Arusha und von ihr habe ich einige Tipps bekommen. Durch die Infos von ihr aus erster Hand war die Planung deutlich leichter, da wir alle Bedenken und Fragen mit ihr besprechen konnten.

Als Feedback zu unserer Route haben wir von den Guides und Einheimischen bekommen, dass sie sehr ungewöhnlich sei, aber dennoch besser, als bei den meisten anderen Touristen. Denn unsere Route war eine komplette Rundreise, wir sind an keiner Route zweimal gefahren und haben jeden Tag etwas Neues gesehen. (Die meisten fahren bis zur Serengeti und dann die gleiche Strecke zurück). Ein weiterer Vorteil der Route war, dass wir uns täglich in den Erlebnissen gesteigert haben und die Reihenfolge der Nationalparks eine immer größere Artenvielfalt zu bieten hatte, andersrum wäre man ggf. weniger beeindruckt gewesen, da man die Tiere bereits aus den anderen Nationalparks kannte.

Manche fragen sich vermutlich, seid ihr gar nicht auf Sansibar gewesen? Diese Frage wurde uns auch während der Reise oft gestellt. Sansibar haben wir bewusst weggelassen, da wir persönlich keine großen Strandliebhaber sind und wir bereits derartige Reisen in dem Jahr gemacht hatten und wir den Fokus ausschließlich auf die anderen Dinge legen wollten. Das ist natürlich jedem selbst überlassen, ob er noch eine Entspannungsphase hinten dranhängt.

Reisebericht: Was wir in Tansania erlebt haben

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Hier findest du einen kleinen Bericht über unsere Erlebnisse und bekommst auch ein paar Infos zu den einzelnen Stationen auf unserer Reise:

1. Ankunft in Arusha

Nach zwei Flugzwischenstopps, einer einstündigen Taxifahrt und somit einer Anreise von knapp 20 Stunden, haben wir unser Ziel endlich erreicht: Arusha – Nyumbani Hostel! Drei Hunde und ein kleiner Welpe warteten schon gespannt hinter dem hohen Zaun auf ihre neuen Mitbewohner. 

Wir wurden super herzlich empfangen und bekamen eine kleine Führung durch das Hostel, damit wir uns direkt zurecht finden. Und dann hieß es erstmal, obwohl es in Arusha gerade früh am Morgen war, ab ins Bett und akklimatisieren! 

Arusha (Groß)

Den ersten Tag haben wir dann noch für eine kleine Erkundungstour durch die Stadt genutzt und uns auf dem Markt ein paar Snacks, Früchte und Drinks geholt. Allein dieser erste Tag war schon sehr erlebnisreich! Denn die Müdigkeit steckte uns noch in den Knochen und so haben wir auf dem Mark gleich den ersten Fehler begangen. Die Wassermelone lachte uns an, also gab uns der Verkäufer direkt ein Stück (ca. 1/8 der gesamten Melone) und zerschnitt es zum direkten Verzehr und wollte dann unglaubliche 5$ dafür haben! 😮 Wir waren total überrumpelt, aber wir haben auch im Vorfeld nicht nach dem Preis gefragt und das war unser Fehler. So kamen wir aus der Nummer also nicht mehr raus und mussten den Überteuerten Preis bezahlen. Das passiert uns kein zweites Mal! 😀 

2. Wanderung zum Napuru Wasserfall

Am nächsten Morgen stand der erste Programmpunkt an. Eine wunderschöne Halbtagswanderung zu den 27 Meter hohen Napuru Wasserfällen. Unser Guide Venice hat uns im Hostel abgeholt, dann sind wir zunächst mit einem kleinen Bus gefahren und starteten dann die Wanderung ins schöne Grün.

Auf unserem Weg begegneten wir nur wenigen Einheimischen und ansonsten keiner Menschenseele. Es war Natur pur, die uns geboten wurde. Unser Guide erzählte uns viel über die Pflanzen, die Tiere und alles was wir wissen wollten. Und wir begegneten dem ersten  Tier auf der Reise, einem Chamäleon. Es stand mitten auf dem Weg und war gut getarnt, sodass wir es beinahe übersehen hätten. Unser Guide hat es dann zur Sicherheit auf einen Ast gesetzt, damit es nicht von den Motorrollern überfahren wird. 

Nach ca. 3 Stunden Wandern, erreichten wir dann den großen Wasserfall. In der Regenzeit lädt die kleine Bucht in Mitten eines Waldes auch zum Baden ein. Zur Trockenzeit reicht die Wassertiefe allerdings nur für eine kurze Abkühlung der Füße aus. Aber der Anblick war so oder so jeden Schritt wert.

Zum Mittag gab es auf dem Rückweg etwas sehr ungewöhnliches, was aber für die Leute in Tansania ein beliebtes Mahl ist: Ein Omelett mit Pommes. War eindeutig nicht unser Fall, aber Geschmackssache. 

Die Wanderung war ein toller Start für die Reise und hat die Neugier gesteigert auf das was uns noch erwartet.

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Napuru Wasserfall (Groß)

3. Tarangire Nationalpark

Eine schlaflose Nacht voller Vorfreude und Aufregung lag hinter mir, denn am dritten Tag unserer Reise startete unsere Safaritour. Eddie, unser Guide sammelte uns bei dem Hostel in Arusha um 7.00 Uhr mit all unserem Gepäck ein. Nach knapp 3 Stunden Fahrt erreichten wir dann den Tarangire Nationalpark.

Dort verbrachten wir den gesamten Tag und sahen unsere ersten Tiere in freier Wildbahn. Da man diese Tiere zuvor nur aus dem Zoo kannte, war es erstmal unbegreiflich. Mir kamen die Tränen, weil ich mein Glück in dem Moment gar nicht fassen konnte! Mein Traum war wirklich wahr!

Wir haben uns viel Zeit für die Beobachtung der Tiere genommen und auch einen Affenbrotbaum genauer inspiziert. Das Highlight in diesem Nationalpark waren die Elefanten. Diese Tiere sind so majestätisch und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Abgesehen davon gab es unzählige Antilopen, Zebras, Warzenschweine, Strauße und Giraffen zu sehen. Man kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Zum Abend wurde uns ein unbeschreiblich schöner Sonnenuntergang beschert, durch den die Silhouette der Landschaft wie gemalt aussah…

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4. Lake Eyasi – Bush Walk

Am Lake Eyasi war unser erstes Camp und somit stand unsere erste Nacht im Zelt bevor. Matze und ich hatten schon seit Ewigkeiten nicht mehr gezeltet, zuletzt in unserer Kindheit. Also war auch hierauf die Spannung und Vorfreude sehr groß! 

Hier im Camp gab es auch das erste Abendessen von unserem ganz persönlichen Koch, Deevedee, der uns ebenfalls für die gesamte Safari begleitete. Ein Festmahl mit 3 Gängen! Eine Suppe zur Vorspeise, ein Hauptgericht mit vielen Beilagen und zum Nachtisch Früchte. Mit so viel Essen haben wir gar nicht gerechnet und unser Koch war entsprechend enttäuscht, dass wir einiges übrig gelassen haben, aber es ging einfach nichts mehr rein, so lecker es auch war.

Nach einer warmen Dusche ohne Licht (alternativ hätte man auch eine kalte Dusche mit Licht bekommen können, denn sobald man das Warmwasser angeschaltet hat sprang die Sicherung für den Strom raus… im Dunkeln sieht man die kleinen Krabbeltiere nicht, also haben wir uns für diese Option entschieden 😀 Interessante Erfahrung!), ging es ab ins Zelt und wir genossen die erste Nacht in der Natur mit Blick auf die Sterne.

Am nächsten morgen stand kein weiterer Nationalpark auf dem Programm, sondern ein Bush Walk. Denn wir wollten auf der Tour natürlich nicht nur Tiere sehen – auch wenn mich das allein schon zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht hätte – sondern auch Einblicke in die Kultur und die Lebensweise der Menschen bekommen.

Ausgehend von unserem Zeltplatz am Lake Eyasi haben wir das Hadzabe Volk besucht. Die Hadzabe leben seit 10.000 Jahren in dieser Gegend und sprechen eine aus Klick-Lauten bestehende Sprache. Von den Stammesmitgliedern haben wir viel gelernt, sie haben uns gezeigt, wie sie ihre Häuser bauen, welche Aufgaben den Männern und welche den Frauen zugeteilt wird. Wir durften mit ihnen speisen, lernen wie man mit Pfeil und Bogen umgeht und schließlich gemeinsam mit den Jungs auf die Jagd gehen.
Für mich als Tierliebhaber war das erstmal ein mulmiges Gefühl, aber für diesen Stamm war das die Hauptnahrungsquelle. Sie töten die Tiere nicht aus Spaß oder in Massen für die Industrie und den Profit, sondern um überleben zu können.

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Mit einem großen Tanz aller Stammesmitglieder wurden wir dann verabschiedet.

Im Anschluss hatten wir noch die Möglichkeit ein weiteres Volk zu Besuchen, die Datoga. Das Volk der Schmiede, zeigte uns  wie sie aus Schrott von Autos wunderschönen Schmuck oder Pfeilspitzen herstellen und das in kürzester Zeit.
Beeindruckend!

Der Tag neigte sich dem Ende und wir fuhren zu unserem nächsten Zeltplatz beim Ngorongoro Krater. Auf der Fahrt dorthin blieb Zeit, das erlebte Revue passieren zu lassen und zu verstehen, wie glücklich diese Menschen waren mit den wenigen Dingen, die sie hatten. Warum brauchen wir so viel mehr um glücklich zu sein? Oder denken es zumindest?….

Bush Walk
Bush Walk (Groß)

5. Ngorongoro Krater

Auf dem Weg zu unserem nächsten Zeltplatz machten wir noch einen Zwischenstopp.

Was für ein Erlebnis! Der Blick von der Aussichtsplattform in den Ngorongoro Krater war unglaublich!  Kaum zu glauben das in dem Krater so viele Tiere leben, die man von dort oben gar nicht erkennen kann. Und wie sie wohl dazu kamen, sich dieses Fleckchen Erde als Lebensraum auszusuchen. 

Leider konnten wir hier nicht lange verweilen, da es bereits dunkel wurde und wir den Zeltplatz vor Einbruch der Dunkelheit erreicht haben mussten. 

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So kamen wir noch rechtzeitig zur Dämmerung ins Camp. Und es war und ist auch heute noch mein absoluter Favorit, denn ab ca. 19.00 Uhr, wenn die Dunkelheit einbricht kommen Zebras aus ihrem Versteck und laufen ganz entspannt über den Zeltplatz zum grasen. Ich blickte in der Nacht mehrfach aus dem Zelt, um Ausschau nach den Tieren zu halten. Denn nicht nur Zebras können hier her kommen, sondern auch Elefanten oder Büffel! :O

Aber das war nicht das einzig spannende, auch die Sterne und die Milchstraße waren in dieser Nacht so klar zu sehen, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte.

Am nächsten morgen, war von Müdigkeit keine Spur, ich wollte so früh wie möglich starten, um das Maximum an Zeit im Krater und mit Tierbeobachtungen zu verbringen!   

Kaum im Krater angekommen sahen wir bereits die ersten Tiere, die wir bisher noch nicht gesehen haben, Schakale, Hyänen, unzählige Vogelarten und etwas weiter im Inneren des Kraters befand sich der Hippo-Pool. Wir sahen hier auch alte Bekannte wieder: Zebras, Gnus, Elefanten, teilweise zum Greifen nah. Vor der Reise sagten man uns, dass wir uns nicht zu viel Hoffnung machen sollen, da die Tiere meistens so weit weg sind, dass man ein Fernglas benötigt. Für unsere Erfahrungen können wir das auf jeden Fall widerlegen. Vor allem durch unser erstes Löwen-Erlebnis. Denn als wir eine kurze Pause gemacht haben und gedankenverloren aus der Toilette kamen, die sich selbstverständlich mitten in der Natur befand, kam ein Guide und rief „get in the car“ und da sahen wir sie, zwei Löwen, die direkt auf uns zu kamen. In dem Moment begriffen wir, dass es wirklich wilde Tiere sind, die einen ggf. als Bedrohung sehen, weil wir in ihren Lebensraum eindringen oder einfach hungrig sind und uns für Beute halten. Alle Leute, die hier eine kurze Pause gemacht haben waren schneller in ihren Autos als man gucken konnte. Letztendlich wollten die Löwen nur ein bisschen Schatten und legten sich an die Wand des Toilettengebäudes und entspannten eine Weile. Dieser Moment gab uns auf jeden Fall einen kleinen Adrenalin schub 😀

Leider sahen wir keine Nashörner, obwohl in diesem Nationalpark dafür die Wahrscheinlichkeit wohl am höchsten gewesen wäre. Wir haben zwar viel gesucht, aber letztendlich keins gefunden. Aber das sollte unsere Stimmung nicht trüben, denn all die anderen Tierbegegnungen waren einfach traumhaft!

Unsere Gedanken waren: „Ist das gerade wirklich real und keine Dokumentation, die ich mir im Fernsehen anschaue?“

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6. Serengeti Nationalpark

Die Zeit verging wie im Fluge und so befanden wir uns schon auf dem Weg zum Serengeti Nationalpark, wo wir die nächsten 3 Tage verbrachten. 

Die Serengeti, „das endlose Land“ lag vor uns. Hier sollten all unsere noch offenen Wünsche von Begegnungen mit der Natur erfüllt werden.

Angefangen bei Tiergeräuschen direkt vor unserem Zelt. Wir waren der Natur jeden Tag so nah, keine andere Art der Unterkunft hätte uns dieses einzigartige Gefühl vermitteln können. Beste Entscheidung überhaupt!

Zudem wurde uns ein Naturschauspiel geboten, als 2 Löwen beim Fressen von einer Herde Hyänen, mehreren Geiern und einer Löwin beobachtet wurde, die nur darauf warteten ihre Chance zu ergreifen und auch etwas von dem Festmahl ab zu bekommen.

Auch Geparden bekamen wir hier in unterschiedlichsten Situationen zu Gesicht, beim Fressen, beim Kuscheln oder auch beim Durchstreifen der Savanne und Ausschau halten nach frischer Beute.

Zum Abschluss, kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde uns noch ein seltener Anblick beschert. Leoparden!
Zuerst ein junger Leopard auf einem Baum, dann kam auch die Mutter dazu. Der Kleine kam vom Baum und sie spielten miteinander. Bereits in Sri Lanka wollte ich einen Leoparden in freier Wildbahn sehen, leider ohne Erfolg, doch hier wurde mir dieser Wunsch mehr als erfüllt!

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Immer wenn wir dachten, es kann nicht noch besser werden, wurden wir wieder und wieder von den Tieren und der Natur überrascht.

Als wir auf dem Weg waren den Nationalpark zu verlassen, hatte keiner von uns mehr damit gerechnet noch Tiere zu sehen, da wir bereits eine Weile gefahren waren und weit und breit keines zu sehen war. Doch plötzlichen sahen wir 3 Löwenjunge miteinander spielen. Ihre Mutter lag daneben und beobachtete entspannt die Spielereien. Das zu sehen war nochmal die Kirsche auf der Sahnehaube.

Wir haben es auf den Safaris in den Nationalparks zwar nicht geschafft alle der Big Five zu sehen, aber darum ging es nicht. Unsere Erwartungen wurden jeden Tag mehr als übertroffen und ich kann nicht genug bekommen, das war definitiv nicht mein letzter Besuch bei den Tieren Afrikas!

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7. Ol Doinyo Lengai

Die Zeit der Safaris war nun zu Ende. Es ging wieder Richtung Arusha. Das nächste Ziel auf der Route war der Vulkan Ol Doinyo Lengai. Auch hier war die Natur nochmal eine ganz andere, als wir sie zuvor sahen. Wenig grün oder überhaupt kaum Pflanzen, eine große Felsenlandschaft mit hohen Bergen/Vulkanen, die einen an Mordor aus Herr der Ringe erinnern ließ.

Da es in der Region tagsüber 40 Grad werden, wollten wir den Vulkan in der Nacht besteigen. Leider sind wir dabei an unsere körperlichen Grenzen gekommen. Die Safaritour mit dem täglich frühen aufstehen und den ganzen Erlebnissen, die man verarbeiten und sacken lassen musste steckten uns noch zu sehr in den Knochen. Hinzu kamen die Gegebenheiten vor Ort, die Kälte der Nacht, der starke Wind und der extrem steile Anstieg am Vulkan. Wir mussten also vorzeitig abbrechen und den Rückweg antreten.

Natürlich war das schade. Wir hätten es gerne nach oben auf den 3.188m hohen Vulkan geschafft, aber wir haben unsere Grenzen ausgetestet und sie an der Stelle erkannt. Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis, die wir nicht missen möchten.

Generell lässt sich sagen, dass der Aufstieg technisch einfach ist, jedoch sehr anstrengend, da er weglos und stetig steiler werdend verläuft. Im oberen Bereich muss man in bis zu 45° steilen Lava-Kanälen am Vulkan entlang klettern. Oben erwartet einen brodelnde schwarz/graue Lava und starker Schwefelgeruch. Dies berichteten uns zwei Wanderer, die wir in der Nacht kennenlernten und die es geschafft haben den Vulkan zu erklimmen.

Nach dieser Schlaflosen Nacht ging es dann das letzte große Stück bis Arusha. 7 Stunden holprige Fahrt, für mich war schlafen bei dem Geschüttel undenkbar, auch wenn wir diese „Straßen“ bereits kannten. Matze machte das weniger aus, er schlummerte den Großteil der Strecke vor sich hin. Ich war dementsprechend froh als ich dann im Hostel ins Bett fallen konnte, um den fehlenden Schlaf der letzten Tage nachzuholen!

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8. Massai Dorf

Zurück in Arusha erwarteten uns noch ein paar Tagestouren. Wir haben uns hierzu im Vorfeld überlegt und mit Tizia besprochen, was möglich ist und was uns interessiert, aber uns die Möglichkeit offen gelassen spontan zu entscheiden. Wir mussten spätestens einen Abend vorher im Hostel Bescheid geben, damit wir uns noch mit dem Guide absprechen konnten, das war auch im Hinblick auf das Wetter praktisch, denn es sollte die nächsten Tage Regen geben.

Ein Besuch bei den Massai, dem vermutlich bekanntesten Volk aus dieser Region, durfte auf unserer Erlebnisreise natürlich nicht fehlen.

Begrüßt wurden wir mit dem typischen Tanz, bei dem viel gesprungen und weniger getanzt wird. Anschließen wurden wir mit traditionellem Schmuck und Tüchern eingekleidet. Die Massai beantworteten uns alle Fragen, wir lernten beispielsweise, dass sie wöchentlich 1 Liter Blut trinken und sich nur von Fleisch ihrer Ziegen und Rinder ernähren. Sie zeigten uns ihre Häuser, die unter anderem aus Kuhmist gebaut waren und wir lernten die Stammesälteste kennen, die bereits 108 Jahre alt ist.

Wie schon bei dem letzten Besuch eines Stammes war es beeindruckend zu sehen, wie glücklich die Menschen sind und wie sehr sie sich gefreut haben ihre Lebensweise an Touristen weiterzugeben. Sie hatten auch viel Interesse, wie im Gegenzug bei uns das Leben abläuft, da mussten sie teilweise schmunzeln womit wir unsere Zeit verbringen und was für uns wichtig erscheint.

Dieser Austausch regte uns erneut zum Nachdenken an…

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9. Hot Springs

Nach all den Erlebnissen und Eindrücken, die wir bisher gewonnen haben, wollten wir uns einen Tag der Entspannung gönnen. Die anderen Gäste des Hostels empfohlen uns die heißen Quellen, nicht weit von Arusha entfernt. Es war traumhaft schön, klares Wasser, mit einer leichten Strömung, umgeben von Bäumen und Pflanzen, als sei man mitten im Urwald. Mit einer Liane konnte man sich ins Wasser schwingen, oder sich einfach treiben lassen und die angenehm warme Wassertemperatur genießen. Wenn man Glück hatte konnte man auch ein paar Affen auf den Bäumen beobachten, die sich rangelten, lausten oder uns beim Schwimmen zusahen.

Der perfekte Spot für ein bisschen Entspannung zwischendurch!

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10. Kaffeeplantage

Eine der besten Kaffeesorten soll es in Afrika geben, davon wollten wir uns vor Ort selbst überzeugen. Gemeinsam mit dem einheimischen Bauern sind wir die Plantagen abgelaufen und haben die Entwicklung des Kaffees vom Blatt, über die Bohne, zum Rösten und Mahlen mit anschließender Kaffeeverkostung durchlebt. Das Rösten und Mahlen war wie eine kleine Zeremonie, es wurde dabei gesungen und getanzt und währenddessen lag ein immer stärker werdender Kaffeeduft in der Luft. Ein Muss für Kaffeeliebhaber!

Doch uns wurden an dem Tag nicht nur die Kaffeeplantagen gezeigt, sondern auch Zuckerrohr. Eine beliebte Zwischenmahlzeit bei den Afrikanern, wir sahen sie vorher bereits häufig am Straßenrand sitzend auf einem Stück der Zuckerrohrstange herumkauen. Nun durften auch wir auf den Geschmack kommen. Mit einer Machete konnten wir uns selbst eine Stange abschlagen und das süße Fruchtfleisch freischneiden. Aber Vorsicht: die Stangen haben viele winzig kleine Härchen, ähnlich wie bei einem Kaktus, die sich in die Haut bohren und nur schwer wieder abzuwaschen sind. Matze musste dies schmerzhaft erfahren.

Zum Abschluss gab es noch ein großes Menü mit einheimischen Gerichten, darunter Kochbananen-Eintopf, Mandazis, Ugali, Chapati mit Gemüse und frische Früchte. Wir lernten an dem Tag nochmal viele neue Dinge von den Einheimischen, sodass man beinahe die Zeit vergessen hat. Doch dies war der letzte Tag unserer Reise.

Und so mussten wir am späten nachmittag aufbrechen und von Tansania und all den lieben Menschen und Tieren Abschied nehmen.

Als krönender Abschluss wurde uns auf der Fahrt zum Flughafen, der Blick auf den endlich wolkenfreien Kilimandscharo geboten. Wir hatten die Tage zuvor bereits mehrfach versucht / gehofft ihn zu sehen, aber leider war es immer zu bewölkt und verhangen. 

Doch in den letzten Minuten der Reise war das Glück nochmal auf unserer Seite!

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Auf Wiedersehen Tansania! Wir kommen wieder!

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Falls du Fragen hast, dann schreib uns gerne!

Im nächsten Kapitel berichten wir von unseren Unterkünften in Tansania.

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